Pressemitteilung
           21.04.2017
 
„Fahrverbote für Diesel sind auch  in einem Jahr nicht umsetzbar“

Das Handwerk in Dortmund und Lünen wehrt sich gegen „unvermeidliche“ Fahrverbote für Dieselfahrzeuge / Sperrungen der Innenstädte und Investitionen belasten Betriebe und Kunden
Der Plan von NRW Umweltminister Remmel, „unvermeidliche“ Fahrverbote einzuführen, wenn die Bundesregierung nicht innerhalb eines Jahres eine Lösung für die erhöhte Stickstoffdioxid-Belastung auf dem Tisch habe, ist beim Dortmunder Handwerk auf Kopfschütteln gestoßen.

 

 

 

„Einerseits verkündet Herr Remmel wählerfreundlich, er sei gegen Fahrverbote“, so Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger, „ andererseits konfrontiert er alle Beteiligten mit völlig undurchführbaren Forderungen und setzt ein Ultimatum von einem Jahr.“ Der von Remmel geforderte Ausgleichsfonds der Autohersteller in Höhe von 15 Milliarden Euro sei bis dahin ebenso utopisch wie Durchfahrverbote auf stadtnahen Autobahnen oder die Umrüstung kompletter FirmenFuhrparke.  
„Das Handwerk in Dortmund und Lünen hat bereits 2013 mit Einführung der grünen Plakette investiert und viele Diesel-Fahrzeuge neu angeschafft“, so Sprenger weiter, „Die waren damals umweltfreundlich und sparsam und sind heute noch nicht einmal aus dem Leasing oder der Abschreibung.“ Für erneute Neuanschaffungen gebe es weder das Geld noch eine technische Alternative an geeigneten Fahrzeugen. Und eine Nachrüstung bestehender Dieselfahrzeuge belaste gerade kleine und mittlere Handwerksbetriebe. Sie sei ohne Investitionshilfen unzumutbar. Andernfalls könnte die Last am Ende der Verbraucher tragen, denn die Betriebe müssten ihre Belastungen wirtschaftlich weiterreichen. Und selbst dann, so Sprenger, gebe es berechtigte Zweifel, dass die Umrüstung aller privaten und gewerblichen Dieselfahrzeuge vom Kfz-Handwerk in annehmbarer Zeit realisierbar sei. „Wir brauchen Lösungen mit Augenmaß – Fahrverbote für Diesel sind auch in einem Jahr noch nicht umsetzbar“, so der Kreishandwerksmeister. „Wenn das Fahrverbot kommt, brauchen wir Übergangsregelungen für Handwerks-Fahrzeuge. Stellen Sie sich vor, wie die Versorgung der Innenstädte funktionieren soll, wenn unsere Fahrzeuge dort nicht mehr hineinfahren dürfen. Selbst Fahrverbote auf stadtnahen Autobahnen sind bei uns im Ruhrgebiet undenkbar.“
Christian Sprenger macht aber auch deutlich, dass das Handwerk umweltfreundlichen Lösungen nicht im Wege steht. „Wir sind Vorreiter bei der Nutzung und Umsetzung umweltfreundlicher Technologien – auch im Sinne unserer Kunden“, versichert er, „Was wir brauchen sind auch im Wahlkampf praktisch umsetzbare Lösungen und keine populistischen Maximalforderungen.

Aus unserer Sicht kann nur ein Gesamtpaket mit besserer Verkehrslenkung, ÖPNV-Ausbau, Schadstoffreduzierung an allen Emissionsquellen und guten Rahmenbedingungen für die Modernisierung der Fahrzeugflotten mittelfristig zur Einhaltung der Grenzwerte beitragen."


 
Foto: Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Christian Sprenger
 
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